Baufinanzierung

Im Zuge der im Augenblick am Kapitalmarkt geltenden günstigen Zinsen überlegen nicht wenige Menschen, sich eine Immobilie zu kaufen. Denn einerseits bietet eine Immobilie eine gewisse Wertbeständigkeit und andererseits bietet sie alle Möglichkeiten der privaten Altersvorsorge.

So ist eine Immobilie, wenn sie in jungen Jahren gekauft wurde, im Alter von Krediten frei und es muss lediglich für die Unterhaltung gesorgt werden.
Bis das Objekt aber schuldenfrei ist, vergehen meist viele Jahre, denn eine Baufinanzierung ist in der Regel auf 25 Jahre und länger hin ausgerichtet. Dabei ist wichtig zu beachten, dass die Kreditinstitute den anfangs gewährten und geltenden Zinssatz nur für eine gewisse Zeit fest garantieren. Insofern sollte jeder Verbraucher, der sich nur angesichts der günstigen Immobilienzinsen mit dem Gedanken trägt, eine Immobilie zu erwerben, im Klaren sein, dass die Zinsen nach Ablauf der Zinsbindungsfrist, in der Mehrzahl nach 10 Jahren, mitunter deutlich gestiegen sein können, sodass viele Erwerber, deren Baufinanzierung zu Beginn nur unter größten Anstrengungen auf die Beine gestellt werden konnte, spätestens dann in größere Schwierigkeiten kommen können.

Ganz generell ist eine Baufinanzierung auch nur dann tragbar, wenn der Erwerber über einen gewissen Eigenkapitalstock verfügt. Auch die Banken fragen bei den Gesprächen über die Finanzierung nach Eigenkapital, wenngleich sie bei einer entsprechend guten Bonität des Erwerbers auch eine Vollfinanzierung unterstützen; dann aber mit einem Zinsaufschlag.
Die Richtlinie, die an Eigenkapital vorhanden sein sollte, liegt im Allgemeinen bei etwa 10-15 % der zu finanzierenden Summe. Damit ist gewährleistet, dass die Erwerbnebenkosten aus eigenen Mitteln getragen werden können.

So unterschiedlich die Immobilien und -käufer sind, so unterschiedlich ist auch die Zusammensetzung der Verträge für die Baufinanzierung. Grundsätzlich gilt, dass sie immer die persönlichen Lebensumstände der Erwerber im Blick haben und auf die wirtschaftlichen Verhältnisse abgestimmt sein sollte. Ebenfalls Berücksichtigung finden sollten Bausparverträge, nicht zuletzt auch wegen der staatlichen Förderung aus dem „Wohn-Riester“. Gerade das sich an die Zuteilung anschließende zinsgünstige Bauspardarlehen bietet eine gute Ergänzung zu den Hauskrediten der Banken.

So dürfen bei der Baufinanzierung auch nicht außer Acht gelassen werden die Darlehen staatlicher Kreditinstitute wie der Landesbanken oder der KfW. Diese sind von ihren Zinskonditionen wegen der Finanzkrise längst nicht mehr so attraktiv wie vor Jahren noch, bieten dem Erwerber aber die Möglichkeit einer zeitlich befristeten Tilgungsaussetzung. Wenn man bedenkt, dass ein KfW-Darlehen bis zu 30 % der gesamten Finanzierungssumme abdeckt, ist eine Tilgungsaussetzung von drei oder vier Jahren gerade zu Beginn der Baufinanzierung für den Erwerber eine echte Unterstützung.